23.04.2018

Vielfalt gemeinsam bewahren ‒ Erstellung Natura 2000-Managementplan (MaP) für das FFH-Gebiet 8216-341 „Blumberger Pforte und mittlere Wutach“


Den Natura 2000-Managementplan (MaP) können Sie hier downloaden.

 

Die Erhaltung der Biologischen Vielfalt ist ein erklärtes politisches Ziel. Dieses Ziel wird unter anderem über Natura 2000, dem europaweiten Schutzgebietsnetz, in die Praxis umgesetzt.

Das Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet Blumberger Pforte und mittlere Wutach umfasst Teile des Süddeutschen Schichtstufenlands, sowie Teile des Wutachtals und liegt zwischen 400 m und 900 m ü.d.M.

Im Gebiet treten v.a. Kalksteine und quartäre Ablagerungen auf. Die Gipfel von Eichberg und Buchberg bestehen aus Weißjura, an den steilen Hängen im Bereich des Braunjuras kommt es zu Rutschungen. An vielen Stellen im Muschelkalk, z.B. in den Wutachflühen, finden sich Höhlen.

Insgesamt sind 67 % der Fläche mit Wald bestockt. Neben den dominierenden Waldmeister-Buchenwäldern sind die Schlucht- und Hangmischwälder, die wärmeliebenden, orchideenreichen Buchenwälder sowie die Steppenheide-Komplexe mit eingelagerten Sonderstandorten (Felsen, Rutschungen) und vorgelagerten Säumen besonders wertvoll.

Im Offenland gibt es noch große Flächen mit blumenbunten Wiesen. In der Mehrzahl handelt es sich um Flachland-Mähwiesen, in geringerem Maß um Berg-Mähwiesen. Vor allem an steilen Hängen kommen Magerrasen mit teils guten Orchideenbeständen vor.

Das Fließgewässersystem der Wutach bietet Lebensraum für Wasserpflanzen, Groppen und Bachneunaugen und wird z.T. von Auwäldern gesäumt. In den Kleingewässern der Auen fühlt sich die Gelbbauchunke wohl. Die zahlreichen Höhlen werden von Fledermäusen genutzt. In den lichten Wäldern wächst das Grüne Besenmoos und der Frauenschuh, an den Waldrändern und in Übergangsbereichen fliegen seltene Schmetterlingsarten wie das Glückswidderchen und der Gelbringfalter.

In den nächsten zwei Jahren wird für dieses wertvolle Schutzgebiet ein Managementplan erstellt. Der Managementplan dient als Arbeitsgrundlage für die Umsetzung von Natura 2000. Die im Managementplan formulierten Maßnahmenempfehlungen dienen der Sicherung, Optimierung, Wiederherstellung und Vernetzung der für Natura 2000 wichtigen Lebensraumtypen und Arten. Schließlich wollen wir durch die verfahrensbegleitende Öffentlichkeitsbeteiligung die Akzeptanz von Natura 2000 verbessern.

2018 werden Experten, die im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg den Managementplan erarbeiten, die Lebensräume und Arten im Gebiet kartieren.

Im Rahmen dieser Kartierungen werden die Grundstücke im Natura 2000-Gebiet durch die Gutachter betreten. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Das Betreten von Privatgrundstücken ist im Rahmen von § 65 BNatSchG i. V.  m. § 77 Abs. 1 NatSchG zulässig. Natürlich werden die Kartierer auf die landwirtschaftliche und jagdliche Nutzung der Flächen Rücksicht nehmen. In Zweifelsfällen können sich die Personen als Mitarbeiter der Planungsgruppe „Büro für Ökologische Landschaftsplanung J. Kiechle“ oder als deren Subunternehmer ausweisen.

Um die Landbewirtschafter, Flächeneigentümer und Bewohner im Gebiet sowie Vertreter der Kommunen, Verbände und Behörden detaillierter über den Managementplan zu informieren, wird das Regierungspräsidium im Frühjahr/Sommer 2018 eine öffentliche Informationsveranstaltung durchführen. Hierzu werden wir in einer gesonderten Mitteilung informieren.

Unser Ziel ist es, einen Managementplan zu erarbeiten, der mit den ortsansässigen Akteuren umsetzbar ist. Wir möchten mit Ihnen diese besondere Landschaft mit ihren Tier- und Pflanzenarten gemeinsam als unser europäisches Naturerbe erhalten und entwickeln.



Weitere Informationen zum Gebiet und zum Verfahren erhalten Sie auf den Internetseiten des Regierungspräsidiums Freiburg (www.rp-freiburg.de > Abteilung 5 > Referat 56 > Natura 2000)

oder direkt beim Regierungspräsidium Freiburg

Abteilung 5, Referat 56
Bissierstr. 7
79114 Freiburg i. Br.

Ihre Ansprechpartner sind

Dr. Susanne Wolfer
(Verfahrensbeauftragte)
Tel.: 0761/208-4225, E-Mail: susanne.wolfer(at)rpf.bwl.de
Tobias Kock
(stellvertretender Verfahrensbeauftragter)
Tel.: 0761/208-4147, E-Mail: tobias.kock(at)rpf.bwl.de